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Dienstag, 15. September 2015

Kamera-Verbesserungen in Android: Google arbeitet an RAW-Support, nativer Gesichtserkennung und mehr

Bei allem Hype um das Nexus 5 und Android 4.4 KitKat gibt es ein Gebiet, auf dem viele Fans beim Launch der neuesten Hard- und Software aus dem Hause Google ein wenig enttäuscht waren: dieKamera. Nicht nur, dass die Bildqualität des Nexus 5 eher mittelmäßig ist, auch die Kamera-App hat sich nicht maßgeblich weiterentwickelt und stellt keine Konkurrenz zu den Anwendungen von HTC und Samsung dar. Im Quellcode von Android sind nun aber Indizien dafür aufgetaucht, dass Google an einer neuen Kamera-APImit spannenden Features gearbeitet hat, diese allerdings nicht mehr rechtzeitig zum Launch fertig gestellt wurde.
Dass Features es aus Zeitgründen nicht in ein neues Major Release einer Software schaffen und deswegen zurückgeschoben werden, ist ein völlig normaler Vorgang. Auch bei Android 4.4 KitKat war das offenbar der Fall — im Quellcode des AOSP (Android Open Source Project) finden sich Kommentare zu Code-Commits, die Rückschlüsse auf neue, letztendlich jedoch weggelassene Funktionalitäten zulassen; und damit auf Features der nächsten Android-Version.
So wollte Google die Kamera-Features von Android mithilfe einer neuen API (Programmierschnittstelle) deutlich erweitern. Die Arbeiten daran hatten bereits Ende 2012 begonnen, etwa drei Wochen vor dem Release von Android 4.4 KitKat wurden die neuen Funktionalitäten dann jedoch aus dem Quellcode genommen und durch alte ersetzt – davon zeugt aktuell noch folgender Commit:
DO NOT MERGE: Hide new camera API.
Not yet ready.
Bug: 11141002
An anderer Stelle im AOSP finden sich dann Hinweise darauf, welche Features diese neue API Kamera-Apps zur Verfügung gestellt hätte:
Full-capability devices allow for per-frame control of capture hardware and post-processing parameters at high frame rates. They also provide output data at high resolution in uncompressed formats, in addition to compressed JPEG output.
Soll heißen: Geräte mit ausreichenden Hardware-Fähigkeiten können mit der neuen API
  • nativ Fotos im RAW-Format speichern. So gespeicherte Bilder sind (nahezu) unkomprimiert und enthalten deutlich mehr Farbinformationen, wodurch sie für nachträgliche Bildbearbeitung besser geeignet sind als Standard-JPEGs.
  • Gesichter erkennen. Zwar haben diverse Gerätehersteller entsprechende Funktionalität bereits in ihre Kamera-Apps integriert, auf Betriebssystem-Ebene gibt es das aber bislang nicht. Die API kann dabei auch bestimmte Personen auseinanderhalten (so lange sie im Sucher bleiben) und genau erkennen, wo bestimmte Gesichtsteile sind, um Effekte hinzuzufügen.
  • Fotos im Burst-Modus schießen, also mehrere Bilder in kurzem Abstand hintereinander. Auch hier gab es bislang nur „Inselösungen“ der einzelnen Hersteller, in Stock-Android war entsprechende Funktionalität noch nicht integriert.
  • austauschbare Kameras unterstützen, also externe Kameras, die sukzessive hinzugeschaltet werden können. Hierbei sind wohl Linsen wie die Sony Smart-shot QX10 gemeint, die über die API direkt angesprochen werden könnten. Natürlich sind noch zahlreiche weitere Anwendungsfälle denkbar, etwa ein Smartphone als „Second Screen“ für eine DSLR zu benutzen.
Für ältere Geräte gibt es einen rückwärtskompatiblen Modus als Fallback. Für neuere Geräte und die Zukunftssicherheit von Android wäre die neue API großartig. Wir erwarten den Launch der neuen Kamera-Funktionalitäten im Android-Kern dann für das nächste Major-Update …
Quelle: Josh Brown @ G+ [via Ars Technica]
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Montag, 14. September 2015

Google Play Services 4.3 mit neuen APIs

play 
Gestern hat Google damit begonnen eine neue Version von Google Play Services zu verteilen. Die Version 4.3 wird in den nächsten Tagen auf allen Geräten mit Android installiert, die Google unterstützt. Play Services stellen zusätzliche Schnittstellen für Entwickler zur Verfügung.
Die App kann von Google zentral aktualisiert werden und somit gibt es neue Features auch für ältere Android-Versionen. Mit dem Update 4.3 gibt es ein paar neue APIs sowie eine verstärkte Integration in Google Services.

Google Analytics und Google Tag Manager gab es zwar schon länger für Android, aber mit der Version 4.3 der Google Play Services ist die Integration einfacher geworden. Mit Google Analytics kann man die Nutzung der App tracken und der Google Tag Manager tauscht zum Beispiel Farben in der App aus. Eine neue Version in Play einstellen zu müssen, ist hierbei nicht nötig.

Die Google Play Games Services verfügen nun über Geschenke. Spieler können virtuelle Anfragen an ihre Kontakte in den Google+ Kreisen schicken oder über die Suche nach einem Spieler suchen. Weitere Infos gibt es im Artikel Unlocking the power of Google for your games.
Die Google Drive API für Android ist seit kurzem ein Teil von Google Play Services und hat mit dem Update ein paar neue Features bekommen:
  • Pinning: Hiermit kann man mehrere Dateien offline Verfügung machen. Dies ist ideal für Nutzer, die keine oder nur eine eingeschränkte Verbindung haben.
  • App Folders: Hiermit kann man versteckte Ordner erstellen, die im Google Drive ähnlich wie Application Data Folders der Google Drive API genutzt werden können.
  • Benachrichtigungen: Hiermit kann man sich darüber informieren lassen, wenn eine Datei oder ein Ordner geändert wurde. Es ist nicht nötig hierfür ständig eine Anfrage an Google Drive zu stellen.
Zusätzlich wurde der Zugriff auf einige neue Metadaten Felder ermöglicht.
Mit der Address API kann ein Entwickler eine Anfrage stellen um etwa ein Formular für eine Lieferadresse ausfüllen zu lassen.
Der Rollout der Version wird einige Tage dauern.
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